Mobbingvorfälle an der Sekundarschule

 

Mobbing ist ein Problem unserer Gesellschaft. Unter Mobbing verstehen wir eine systematische und mehrfach wiederholte Ausgrenzung einer oder mehrerer Personen über einen längeren Zeitraum. Es können sich dadurch für alle Beteiligten schwerwiegende Konfliktsituationen ergeben. Betroffen ist oft eine ganze Gruppe, also zum Beispiel eine Schulklasse, unabhängig von Opfer-, Täter- oder Beobachterrollen. Schuldzuweisungen machen gerade bei Kindern oder Jugendlichen wenig Sinn, da sie kaum zur Konfliktbewältigung beitragen. Interventionen bei solchen Mobbingsituationen betreffen in der Regel die ganze betroffene Gruppe.

 

Mobbing ist primär und grundsätzlich ein gesellschaftliches Problem und erst sekundär ein Problem der Schule. Auch in unseren Schulen sind wir mit Mobbing-Situationen konfrontiert. Im Jahr 2009 haben in unserer Sekundarschule vier Schülerinnen und Schüler die Schule wegen solchen Problemen verlassen. Der Schulrat hat zusammen mit der Schulleitung, den Lehrpersonen der Primarschule sowie dem Schulpsychologischen Dienst den zeitlichen Aufwand einer Intervention bei einem Mobbing in einer fünften Primarschulklasse 2008/2009 untersucht. Der zeitliche Gesamtaufwand hat für ein Jahr 865 Stunden betragen. Dabei verteilt sich dieser Aufwand auf 450 Stunden bei den Lehrpersonen durch eine Erhöhung des Stellenprozentsatzes auf 130% für 8 Monate. Der Aufwand hat bei der Schulleitung 235 Stunden, beim Schulpsychologischen Dienst 150 Stunden und beim Schulrat 30 Stunden betragen. Diese Zahlen belegen nur ein Teil des immensen Aufwandes für eine solche Krisenintervention. Nicht mitgerechnet sind die zusätzlichen Zeitbedürfnisse für ergänzende Elternabende und die Massnahmen durch die betroffenen Familien selbst mit ihren Kindern wie Familienberatung oder individuelle Therapien.

Die Schulen nehmen ihre Aufgaben im Zusammenhang mit solchen Krisen sehr ernst. Auf allen Stufen finden wöchentliche Klassenstunden zur Bearbeitung solcher Themen im Klassenverband statt. Wegen kantonalen Verordnungen darf diese Klassenstunden in der zweiten bis vierten Sekundarstufe nicht mehr obligatorisch geführt werden. Die Klassenstunden müssen somit von Zweit- bis Viertklässlern in der Sekundarschule als Wahlfach belegt werden. Schulrat, Schulleitung und Lehrpersonen haben den Betroffenen die Anmeldung dringend empfohlen.  -  Die Schule leistet aber noch viel mehr. Nebst der Sekundarschule hat nun seit 2009/2010 auch die Primarschule eine Teilzeitstelle für Schulsozialarbeit.  Der Schulpsychologische Dienst unterstützt laufend mit Einzelabklärungen und Klasseninterventionen. Die Schulleitungen und Lehrpersonen führen periodisch ergänzende Fortbildungen in Prävention, Früherkennung und Intervention durch. Zusammen mit dem Schulrat haben die Schulen den Elternstamm eingeführt. Der Schulrat empfiehlt den Erziehungsberechtigten, sich mit dem Thema vertieft auseinanderzusetzen, es als gesellschaftliches Problem wahrzunehmen und sich entsprechend zu engagieren, zum Beispiel durch eine Teilnahme an den Elternabenden, dem Elternstammtisch und den angebotenen Informationsveranstaltungen.

Weitere Informationen zum Thema Mobbing finden Sie hier.

Im Herbst 2010 hat die Sekundarschule zusammen mit der Elternplattform eine Veranstaltung zu diesem Thema organisiert. Der entstandene Flyer ist an der Schule oder hier erhältlich.

 

Zuletzt bearbeitet: 7.3.2011